Markus studiert!

Studieren und Arbeiten?

Gestern war ein ehemaliger Krawall-Kollege bei mir, um ein paar Infos zum Studium ein zu holen. Insbesondere stand für ihn die Frage der Vereinbarkeit von Studium und Berufstätigkeit im Vordergrund — die ich nach inzwischen dreieinhalb Semesters ganz gut beantworten kann: es ist quasi unmöglich.

Zum einen ist der Studienplan auf ein Vollzeitstudium ausgelegt. Das bedeutet, in der Regel ist man in der Woche locker 30 Stunden in der Uni vor Ort, und wird zusätzlich noch mit Praktikumsaufgaben, Abgaben, Testaten und Projekten auf Trab gehalten, die je nach Fach mal über 2 Wochen gehen, oder auch das ganze Semester dauern.

In Summe kommt man so bestimmt auf eine 40 bis 60 Stundenwoche — dass da keine Zeit mehr bleibt, um einer regelmäßigen Beschäftigung nach zu gehen versteht sich von selbst.

Gerne wird auf den freien Dienstagnachmittag verwiesen, der laut Plan in jedem Semester frei ist, allerdings finden dort dann z.B. Tutorien statt, oder, wie jetzt im vierten Semester, verwendet man diese Zeit, für Meetings der laufende Projektgruppen, da zu dieser Zeit ja alle keine reguläre Veranstaltung haben.

Nebenbei arbeiten funktioniert also, wenn man den Abschluss in der Regelstudienzeit anstrebt nur, wenn man Abstriche an die eigene Leistung macht, oder das Glück hat, gut bezahlt zu werden.

Praktisch trifft das aber auf fast niemanden zu, also muss man eine Alternative einplanen.

Es bestimmt immer die Möglichkeit, Kurse zu schieben, d.h. sie nicht entsprechend des Studienplanes zu absolvieren, sondern zu einem späteren Zeitpunkt, dadurch bekommt man fast für jeden geschobenen Kurs einen ganzen freien Tag, da die Vorlesung und Praktika des Kurses meist am gleichen Tag liegen.

Auch bietet es sich bei uns an, ähnliche Kurse, wie z.B. Einführung in die BWL und Medienökonomie im gleichen Semester zu machen, da diese vom gleichen Dozenten angeboten werden. So kann man Synergien zwischen den beiden Fächern nutzen.

Allerdings muss man aufpassen, dass man nicht die falschen Kurse schiebt — Algorithmen und Datenstrukturen zu schieben und Programmieren 3 zu machen ist eine schlechte Idee.

Unser Professoren sind dafür dann der richtige Ansprechpartner, da sie am besten wissen, welche Fächerkombinationen am besten verschiebbar  sind.

Die ganze Schieberei geht natürlich zu Lasten der Studiendauer, die sich dann um mehrere Semester verlängert.

Wer darauf spekuliert, während der Semesterferien zu arbeiten, der sollte sich um einen gut bezahlten Job bemühen. Da die Klausurzeit vier Wochen andauert, die man auch braucht, um nochmal den ganzen Stoff zu pauken, hat man zwischen Winter- und Sommersemester etwa zwei Wochen frei und zwischen Sommer- und Wintersemester 8 Wochen. Das ist also nicht wirklich viel Zeit um ein ganzes Jahreseinkommen zu erwirtschaften.

Eine andere Möglichkeit zur Finanzierung während des Studiums sind Stipendien, wie das Aufstiegsstipendium oder BAföG, das es übrigens auch elternunabhängig gibt — so kann man zumindest während des Studiums einen Großteil seiner finanziellen Aufwendungen abfangen.

Zu guter Letzt sollte auch eine Alternative zum Vollzeitstudium nicht unerwähnt bleiben: Studiengänge an Berufsakademien kombinieren ein festes Gehalt durch Anstellung in einem Unternehmen mit einer akademischen Ausbildung mit Bachelorabschluss. Ein Studiengang, welcher der Medieninformatik inhaltlich ähnelt, ist z.B. Onlinemedien an der BA Mosbach.

< 01. June 2011, 11:52 Uhr

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